Der Dunning-Kruger-Effekt
Kaum hat jemand ein Wochenendseminar zum Thema Ernährung besucht, korrigiert er schon ausgebildete Ärzte. Kaum wurden zwei YouTube-Tutorials zum Thema Heimwerken geschaut, wird der komplette Dachboden…
Verzerrungen, die aus dem eigenen Kopf kommen, nicht von außen gesteuert werden – wie unsere Wahrnehmung, Erinnerung und Selbsteinschätzung uns täuschen.
Die folgenden Beiträge stellen jeweils eine Denkfalle vor, erklären ihre psychologische Wirkung und zeigen, wie sie im Alltag erkannt werden kann.
Kaum hat jemand ein Wochenendseminar zum Thema Ernährung besucht, korrigiert er schon ausgebildete Ärzte. Kaum wurden zwei YouTube-Tutorials zum Thema Heimwerken geschaut, wird der komplette Dachboden…
Eine Denkfalle ist eine kognitive Verzerrung: ein systematischer, wiederkehrender Fehler in der Art, wie unser Gehirn Informationen wahrnimmt, bewertet und in Entscheidungen umsetzt. Anders als ein einmaliger Irrtum tritt eine Denkfalle vorhersehbar und bei sehr vielen Menschen in ähnlicher Form auf – sie ist kein Zeichen mangelnder Intelligenz, sondern eine Nebenwirkung der Art, wie unser Gehirn grundsätzlich arbeitet.
Der Begriff geht maßgeblich auf die Forschung der Psychologen Daniel Kahneman und Amos Tversky zurück, die ab den 1970er-Jahren zeigten, dass Menschen bei Entscheidungen unter Unsicherheit selten streng logisch abwägen, sondern auf mentale Abkürzungen – sogenannte Heuristiken – zurückgreifen. Diese Heuristiken sind meist schnell und energiesparend, führen aber in bestimmten Situationen systematisch in die Irre. Kahnemans Bestseller "Schnelles Denken, langsames Denken" machte das Konzept einem breiten Publikum bekannt und unterscheidet zwischen einem schnellen, intuitiven "System 1" und einem langsamen, reflektierten "System 2".
Genau diese Mechanismen nimmt die Serie "Denkfallen" unter die Lupe: von der Bestätigungsverzerrung über den Dunning-Kruger-Effekt bis zum Zeigarnik-Effekt zeigt sie, wie gut erforschte, alltägliche Denkfehler unsere Wahrnehmung, Erinnerung und Entscheidungen beeinflussen – und wie man sie im Alltag erkennt.